Po slědach starych křižow a kamjenjow Auf den Spuren alter Kreuze und Steine – Die Geschichten hinter den Sühnekreuzen

Am Sonnabend, den 24. Oktober machten sich 12 Interessierte auf den Weg, um mehr über die Geschichte alter Kreuze und Steine in der Region zu erfahren.

Bosćij Čórlich aus Hruboćicy/Grubditz führte die Gruppe entlang der Sühnekreuze in der Gegend zwischen Jaseńca/Jeßnitz bei Sokolca/Soculahora und Plusnikecy/Pließkowitz. Unterwegs erfuhren wir allerlei Wissenswertes über die Geschichten hinter den Kreuzen und Steinen. So zum Beispiel zum Kreuz zwischen Krakecy/Kreckwitz und Budyšink/Kleinbautzen, das an einen katholischen Geistlichen erinnert, der seinerzeit von den Kleinbautzenern erschlagen wurde, weil er nicht zum Protestantismus wechseln wollte. Sehr interessant waren auch die Geschichten rund um den Friedhof in Bukecy/Hochkich sowie in Delany/Döhlen. Dort steht bis heute das Geburtshaus des sorbischen altlutheranischen Pfarrers Jan Kilian, der Mitte des 19. Jahrhunderts mit seiner Gemeinde aus der Lausitz nach Texas umsiedelte und dort das Dorf „Serbin“ gründete. Noch bis Ende der 1980er Jahre lebten in Texas einige Nachfahren, die Sorbisch sprachen. In der Nähe des Geburtshauses erzählte uns Bosćij Čórlich von einer weiteren Untat. Ein Bauer, der auf dem Weg zum Gottesdienst in Budestecy/Großpostwitz war, wollte dabei über ein fremdes Feld abkürzen. Dies erzürnte den Besitzer jenes Feldes so sehr, dass er ihn erschlug. Das Opfer der Untat war ein Vorfahre des Pfarrers Kilian. Am Ende unserer Rundfahrt sangen wir alle noch das alte sorbische Volkslied „Do Jenkec na piwo njepóńdźemy“ („Nach Jenkwitz zum Biertrinken gehen wir nicht“). Laut Text werden da die Jungen von den Mädels verdroschen. Wer weiß, vielleicht fahren wir beim nächsten Mal auch nach Jenkwitz ­– aber nicht zum Biertrinken.

Lucian Kaulfürst

Möchtest du auf dem Laufenden bleiben, dann abonniere unseren Newsletter.

Newsletter abonnieren
zurück zur Startseite